Sonnenfinsternis in Asturien (Happening beim Naturschauspiel)

Sonnenfinsternis in Asturien

Sonnenfinsternis in Nordspanien am 12. August 2026.. Das nahe Meer lag unter einer dichten Wolkendecke aber die Berge in der nordspanischen Provinz Asturien hielten die Wolken ab und lagen in der prallen Sonne. Der Bergpass Alto de la Casa del Puerto liegt in 1020 Metern Höhe in der Nähe des Jakobsweges und der Pilgerstadt Tineo. Auf dem Grat stehen mehrere Windkraftanlagen, trotzdem bietet sich ein eindrucksvoller Panoramablick. Die Windräder dienen zuweilen als schmaler Schattenspender für die hier weidenden Pferde und Rinder und schützen auf der baumarmen Höhe vor der glühenden Hitze. 

Die Sonnenfinsternis fand gegen 20.30 Uhr statt – schon Tage zuvor standen einige Wohn­mobile auf der Kammlage, um sich den besten Platz zu sichern. Gegen Mittag stellte die Polizei Schilder auf und machte die Wiesenflächen auf den Gebirgskamm zu einem riesigen Parkplatz. Ab 17 Uhr füllten sich die Flächen um den Kammweg mit hunderten von Autos und Tausende Besucher strömten zum bevorstehenden Jahrhundert­ereignis. Mit einem Überfall dieser Art waren die hier friedlich lebenden Weidetiere bisher noch nie konfrontiert worden und flüchten in tiefere Lagen.

Campingstühle, Picknickdecken, Proviant, Tische und Ferngläser wurden ausgeladen. Die Wartezeit wird lang und nicht jeder hat die richtige Brille dabei, um dem Schauspiel von Anfang an folgen zu können. Gegen 20 Uhr zieht Nebel auf und verdunkelt die Sonne. So unterstützt die Natur diejenigen, die keine oder nicht die richtige Brille dabei haben. Langsam schiebt sich der Mond vor die Sonne und das Spektakel beginnt. Durch den zunehmenden Mond verdunkelt  sich die Sonne weiter, so dass eine tiefe Dämmerung entsteht. Ganz dunkel wird es nicht. Ob Vögel mit dem Singen aufhören, ist bei lauten Beifalls- und Bewunderungsrufen nicht hörbar, aber hier oben gibt es ohnehin kaum Vögel. Vereinzelt knallen auch die Korken einiger Freixenet-Flaschen. Die Windräder drehen sich unbeirrt weiter, als ob nichts von Bedeutung geschehen würde. Nach 2 Minuten und 18 Sekunden ist das Hauptspektakel vorbei und die Sonne wird kurz vor ihrem Untergang wieder heller, weil sich der Mondschatten wieder von der Sonne weg bewegt. Bei einem Teil der Menschenmenge wird es jetzt bereits hektisch. Die Picknickkörbe und die Campingutensilien werden eingepackt und auf dem schmalen Feldweg, der der Bewirtschaftung der Windkraftwerke dient, entstehen durch die ersten Abreisenden dichte Staubwolken und ein längerer Stau. Viele möchten die kurvigen Bergstraßen noch bei Helligkeit befahren und möglichst schnell nach Hause kommen. Die Sonne in Asturien geht Mitte August erst um 21.30 unter. Die Polizei und ihre Helfer versuchen ihr Bestes, um das Verkehrschaos in den Griff zu bekommen. Gegen 22 Uhr haben sich der Staub und die Aufregung gelegt. Die beunruhigten Kühe und Pferde nehmen ihr Gelände wieder in Besitz und hoffen, dass sich die ganze Aktion nicht so schnell wiederholt.

Kammweg am Alto de la Casa del Puerto

Aussichtspunkt am Alto de la Casa del Puerto