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Das Tor zur Stadt

 

 

Wer in Magdeburg am Hauptbahnhof aussteigt und sich über die Neubauten am Willy-Brandt-Platz in die Innenstadt bewegt, möchte eigentlich gleich wieder umkehren und sich ein anderes Ziel suchen. Hier ist in den ersten 20 Jahren nach der Wende keine blühende Landschaft, sondern eines der hässlichsten Stadtbilder in unserer Republik entstanden.
So richtig trostlos wirkt das Ensemble des Grauens an Sonn- und Feiertagen, wenn die Geschäfte geschlossen haben. Hier haben die alliierten Bomber­geschwader gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ganze Arbeit geleistet. Alleine die Royal Air Force zerstörte am 16. Januar bei einem der brutalsten Luftangriffe 90 Prozent der Innenstadt, wobei etwa 2000 Menschen ihr Leben verloren.

Eine für Menschen erträgliche Aufbauarbeit ist während der DDR-Zeit offen­sichtlich nicht gelungen, so dass Investoren Anfangs der 1990er Jahre mit der Errichtung dieses abstrusen Viertels beginnen konnten.

Planen Sie Ihren Tagesausflug nach Magdeburg genau, damit Sie sich nicht zu lang in der gesichtslosen Einkaufs- und Büromeile um den Hauptbahnhof aufhalten müssen. Nehmen Sie den schnellsten Weg zu den Sehens­würdig­keiten – davon gibt es in Magdeburg genug zu erkunden. Auskünfte bekommen Sie im Tourismusbüro, direkt neben dem Hauptbahnhof.

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Ernst-Reuter-Brunnen und Stalin-Bauten

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Leckerer Eisbecher

 

Verlassen Sie diese grauenhafte Gegend schnell, queren sie die Otto-von-Guericke-Straße und biegen rechts in den Park am Ulrichplatz ein. Von dort aus wird die Aussicht besser und Sie sehen großzügige und ansehnliche Wohnbauten aus der Stalin-Zeit. Da war zwar gesellschaftspolitisch nichts, nach dem man sich zurücksehnen sollte, aber die Architektur der 1950er Jahre wirkt nach dem vorher Gesehenen erstaunlich beruhigend auf das Gemüt. Hier ist wieder Stadt.
In einem der vielen Cafés am Platz können Sie den Blick über den Ernst-Reuter-Brunnen und den Park auf die sozialistischen Bauten richten. Im Park steht ein Denkmal, das an die entschlossene Handlung des Hauptmanns Igor Belikow erinnert. Der sowjetische Offizier kam am 13. März 1969 an der damaligen Wilhelm-Pieck-Allee (heute Ernst-Reuter-Allee) vorbei und bemerkte eine nach oben starrende Menschenmenge. Dort stand ein kleines Mädchen im 5. Stock auf dem Fenstersims, von dem es kurz darauf herunterfiel. Statt sich der starrenden Menge anzuschließen, breitete der sowjetische Hauptmann mit seinen Armen den Dienstmantel aus und fing das Mädchen unversehrt auf. Er selbst verletzte sich lediglich leicht an seinem Handgelenk.

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Faunbrunnen in der Leiterstraße

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Brunnen im Hof vom Hundertwasserhaus

 

Über den Ulrichplatz und den „Breiten Weg“ kommen Sie zum Hundertwasserhaus. Auf dem Weg dahin tauchen zwischen den architektonischen Bausünden immer wieder Relikte auf, die daran erinnern, dass die Stadt vor langer Zeit einmal hübscher war. So zum Beispiel einige Kirchengebäude und das vorbildlich wiederhergestellte Amtsgericht. Der Faunbrunnen in der Leiterstraße ist erst 1986 von Heinrich Apel erschaffen worden.
Der Bildhauer hat viele Spuren in Magdeburg hinterlassen. Ein eigener Kunstpfad führt zu den in der Stadt verstreuten Werken des Künstlers. Ab der grünen Zitadelle, wie sich das Hunderwasserhaus nennt, wird es historisch und monumental in Magdeburg. Hinter einem riesigen Platz, der trotz der Wasserspiele öde erscheint, erhebt sich der Dom, in dem es sich Otto I nach über 1000 Jahren in einen neuen Sarg bequem machen darf. Immerhin hat er 955 auf dem Lechfeld dafür gesorgt, dass die damaligen Mitteleuropäer Ruhe vor den plündernden ungarischen Reiterhorden hatten.

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Hundertwasserhaus

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Magdeburger Dom mit Domplatz

 

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes liegt der Landtag von Sachsen-Anhalt. Die Planer des trostlos wirkenden Platzes ahnten schon, dass vor dem Landtagsgebäude neuerdings Raum für künftige Großveranstaltungen benötigt wird.
Zwischen dem Landtag und dem Kloster „Unser lieben Frauen“ gibt es einen sehenswerten Skulpturenpark mit bedeutenden Arbeiten bekannter Künstler. Ein zum Kloster gehöriges Kunstmuseum zeigt Werke vom 11. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Von hier oben haben Sie einen bezaubernden Blick über den unterhalb auf der Elbinsel gelegenen Rotehornpark. Falls Sie ein Ziel in der Nähe haben, oder in der Nähe von Magdeburg vorbeifahren – ein Kurzbesuch in der Stadt ist durchaus empfehlenswert.

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Landtag von Sachsen-Anhalt

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Denkmal für Käthe Kollwitz

 

 
 
 

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