Von der Glienicker Brücke zum Wannsee
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Glienicker Brücke
Heute schauen wir uns mal die südwestlichste Ecke von Berlin an und berühren dabei in Klein Glienicke noch etwas Potsdamer Gebiet. Wir starten an der Glienicker Brücke, die durch Schauergeschichten aus dem Kalten Krieg Weltruhm erlangte. Der ehemalige Grenzverlauf auf und unter der Brücke ist durch die beiden verschiedenen Grünanstriche gut erkennbar. Potsdam bevorzugt das hellere Grün. Unter der Brücke hindurch gelangen wir in den Jagdschlosspark, von dessen Ufer uns ein eindrucksvoller Blick auf die Skyline der Landeshauptstadt Potsdam gewährt wird. Das Jagdschloss hat eine sehr vielseitige Vergangenheit, heute hat hier das sozialpolitische Fortbildungsinstitut von Berlin und Brandenburg seinen Sitz. Als Tapetenfabrik und Lazarett ist das Gebäude auch schon genutzt worden. Die Begrenzungsmauern des Schlosses waren gleichzeitig auch die Grenze zur DDR, so dass vor den Begrenzungsmauern noch die DDR-Mauer aufgebaut wurde. Durch eine Tür in der Schlossmauer betreten wir Klein Glienicke, das zu DDR-Zeiten eine schwer zugängliche Exklave war. Sie war nur über die Parkbrücke am Teltowkanal erreichbar. Die Bewohner waren säuberlich ausgesucht und durften so gut wie keinen Besuch empfangen. Mehrere Stelen erinnern an Opfer, die es nicht nach West-Berlin schafften und von DDR-Grenzern erschossen wurden. Nach der Wende wurden einige Häuser besetzt, was aber nicht von langer Dauer blieb. Heute ist hier ein Wohngebiet von sehr gehobenem Standard.
Der durchgeknallte Prinz Carl von Preußen ließ sich im Schlosspark Glienicke ein Casino errichten, damit er Billard spielen konnte. Zwischen 1863 und 1867 beauftragte er an der heutigen Waldmüllerstraße einige Schweizer Häuser, hinter denen sich eine von Peter Josef Leneé gestaltete Schlucht den Berg bis zur in 66 Metern Höhe gelegenen Loggia Alexandra hinaufzog. Zu DDR-Zeiten war die Grenzziehung an dieser Stelle sehr rätselhaft, der Böttcherberg war im südlichen Teil auf drei Seiten zugemauert.
Weiter geht es über die Wannseestraße zur Griebnitzstraße, wo Sie noch einige neidvoll Blicke auf die wenigen Häuser am Griebnitzsee werfen können. Dort wo die Bebauung endet, betreten wir wieder den Düppeler Forst auf Berliner Gebiet. Jetzt folgt der Weg dem Ufer des Griebnitzsees Zu Mauerzeiten war dieser Weg am See gleichzeitig Postenweg für die Amerikanische Besatzungstruppe. Von hier aus konnten sie Ereignisse, die auf der anderen Seeseite stattfanden dokumentieren. Dort patroullierten die Grenztruppen der DDR, die ihrerseits die besonderen Geschehnisse auf dem Westufer dokumentierten. Das Westufer ist das eigentliche Nordufer des Griebnitzsee, aber in Berlin gab es nur zwei Himmelsrichtungen: Osten oder Westen.

